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31. Januar 2023

Den Krankheitsverlauf bei COPD besser voraussagen

News 2023-52 DE

Die durchschnittliche Atemwegswanddicke Pi10 kann den Krankheitsverlauf bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD und das Risiko für die die Sterblichkeit vorhersagen. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) in einer Beobachtungsstudie herausgefunden. Pi10 kann mit Hilfe etablierter Algorithmen aus Computer-Tomographie (CT)-Aufnahmen abgeleitet werden. Solche CT-Untersuchungen gehören bei Patienten mit COPD zunehmend zur routinemäßigen Beurteilung dazu.

Für die individuelle Behandlung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) wird die medikamentöse Therapie auf die vier Krankheitsstadien (GOLD I – IV) abgestimmt. Das Ziel der COPD-Therapie ist es die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Zunächst erhalten die Patienten ein entzündungshemmendes Kortikosteroid, das sie inhalieren. Erst nach dem Auftreten von Verschlechterungen, sogenannten Exazerbationen, erweitern die Ärzte die Behandlung bis zur einer Dreifachtherapie.

Exazerbationen beeinträchtigen die Lungenfunktion und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Behandlung im Krankenhaus sowie das Streberisiko. Um vorbeugende Therapien rechtzeitig einzuleiten, ist es wichtig, Patienten mit erhöhtem Exazerbations- oder Sterberisiko frühzeitig zu erkennen.

Seit langem suchen Wissenschaftler daher nach sensitiven und wenig-invasiven Biomarkern für die Früherkennung einer Exazerbation, aber bisher hat keiner dieser Biomarker den Weg in die breite klinische Anwendung gefunden.

Praxistaugliches Maß für die Beurteilung von COPD-Patienten

PD Dr. Kathrin Kahnert, DZL-Wissenschaftlerin am Klinikum der Universität München, hat zusammen mit Forschern an drei weiteren DZL-Standorten nachgewiesen, dass der Biomarker Pi10 als Maß für die Atemwegswanddicke nicht nur wie bisher angenommen für die Diagnose von obstruktiven Lungenerkrankungen dient sondern auch den klinischen Krankheitsverlauf bei COPD-Patienten vorhersagen kann. Da dieser Biomarker mit wenig Aufwand aus den routinemäßigen CT-Untersuchungen abgeleitet werden kann, eignet er sich somit für den Einsatz in der klinischen Praxis .

Für ihre Studie verwendeten Kahnert und ihre Kollegen Daten von 443 Patienten aus der deutschen COPD-Kohorte COSYCONET (COPD and Systemic Consequences Comorbidies Network). Die Daten beinhalteten sowohl eine umfassende klinische Charakterisierung als auch CT-Scans. Die Forschenden untersuchten, ob die Pi10-Werte mit dem Schweregrad der COPD, den Begleiterkrankungen, der Lungenfunktion, der Beatmungstherapie und der Sterblichkeit zusammenhängen.

Neuer Mechanismus der Dreifachtherapie?

Des Weiteren zeigte sich, dass in Patienten mit Dreifachtherapie nicht nur eine Verbesserung der Symptome eintritt, sondern auch niedrigere pi10- Werte  gemessen werden, was mit einem direkten Effekt der Therapie auf die strukturellen Eigenschaften der Atemwege  oder einem indirekten positiven Effekt auf das Herz zusammenhängen könnte. Diese Ergebnisse müssen jedoch noch in weiterführenden Studien genauer untersucht und belegt werden.

 

Originalpublikation

Kahnert K, Jörres RA, Kauczor H-U, et al. Standardized airway wall thickness Pi10 from routine CT scans of COPD patients as imaging biomarker for disease severity, lung function decline, and mortality. Therapeutic Advances in Respiratory Disease. 2023;17. doi:10.1177/17534666221148663

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