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3. August 2020

Neuer Ansatz zur Identifizierung eines hohen Rückfallrisikos bei Lungenkrebs

News 2020-321 DE

Erste Behandlungsoption bei einem Lungenadenokarzinom im Frühstadium I ist der chirurgische Eingriff. Allerdings erleiden in den ersten zwei Jahren nach vollständiger Entfernung eine beträchtliche Anzahl von Patienten ein sogenanntes Rezidiv, also die Wiederkehr des Tumors. Geeignete prognostische Biomarker zur Identifizierung von Patienten mit hohem Rückfallrisiko, die wahrscheinlich von einer adjuvanten, also ergänzenden und unterstützenden Behandlung profitieren können, stehen nach wie vor nicht zur Verfügung.

Mit ihrer kürzlich im Journal of Thoracic Oncology veröffentlichten Studie (Kim-Wanner et al., 2020) zielte ein internationales Forscherteam unter der Leitung Heidelberger DZL-Forscher darauf ab, Methylierungsmarker für ein frühzeitiges Rezidiv zu identifizieren, und somit ein wichtiges Instrumenten für die Entwicklung neuer Behandlungsmodalitäten zu schaffen. Das Forscherteam analysierte das genomweite DNA-Methylierungsprofil aus 30 Proben von Lungenadenokarzinoma des Stadiums I. Etwa der Hälfte der Fälle war durch ein frühes metastasierendes Wiederauftreten, die andere Hälfte durch eine lange befundfreie Überlebenszeit gekennzeichnet. Als Techniken kamen die sogenannte methylierte DNA-Immunpräzipitation gefolgt von einer Next-Generation-Sequenzierung im Hochdurchsatzverfahren zum Einsatz. Die unterschiedlich methylierten Regionen der beiden Untergruppen wurden mithilfe des MassCLEAVE-Tests, einer hoch-auflösenden quantitativen Methylierungsanalyse, für ihren prognostischen Wert in zwei unabhängigen Kohorten validiert.

Die Autoren identifizierten mithilfe von statistischen Cluster-Verfahren die Promotorsequenz der nicht-kodierenden RNA PLUT, deren Methylierungsgrad mit dem frühzeitigen Wiederauftreten eines Tumors in den beiden Validierungskohorten korrelierte. Der Grad dieser Hyper-Methylierung konnte in dieser Studie als unabhängiger prognostischer Faktor genutzt werden, ist also bei Patienten mit Adenokarzinom im Frühstadium I prädiktiv für ein erhöhtes Risiko eines frühzeitigen Wiederauftretens des Tumors. Es sind weitere Studien notwendig, um diesen Befund bei der Tumorentstehung und der Nutzung als Biomarker zu validieren, um die begleitende Diagnostik und Risikostratifizierung zu erleichtern.

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