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10. März 2016

Hilfe bei schwerem Lungenemphysem: Lungenvolumenreduktion durch Wasserdampf

News 4-2016 DE

Eine multizentrische Studie unter Leitung des DZL-Wissenschaftlers Prof. Felix Herth und Kollegen (Thoraxklinik Heidelberg) zeigte, dass ein Teil der Patienten mit schwerem Lungenemphysem* von einer Lungenvolumenreduktion** mit Hilfe von erhitztem Wasserdampf profitieren kann.

Im Rahmen der multizentrischen Studie „STEP-UP“ (Sequential Staged Treatment of Emphysema with Upper Lobe Predominance) wurden 70 Patienten im Alter zwischen 45 und 75 Jahren mit einem schweren, im oberen Lungenlappen vorherrschenden Emphysem eingeschlossen. Lungenemphyseme sind krankhafte Veränderungen der Lunge, bei denen die Flexibilität der Atemorgane abnimmt. In der Folge kann weniger Sauerstoff in den Lungenbläschen aufgenommen werden. Die eingeschlossene Patientengruppe wies weiterhin FEV1-Werte (FEV1, engl. forced expiratory volume at 1 s, beschleunigtes Ausatemvolumen) zwischen 20 und 45 Prozent sowie Werte von mehr als 140 Metern im 6-Minuten-Gehtest auf.

Dabei erhielten 45 Teilnehmer die Lungenvolumenreduktions (LVR)-Behandlung mit erhitztem Wasserdampf, während die Kontrollgruppe die Standardtherapie bekam. Bei der Methode mit heißem Wasserdampf können stark emphysematöse Gewebeteile gezielt entfernt und weniger erkrankte Bereiche erhalten werden.

Nach sechs Monaten zeigten die Patienten, welche die LVR-Behandlung mit erhitztem Wasserdampf erhielten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine klinisch bedeutsame sowie statistisch signifikante Verbesserung der Lungenfunktion. Auch wenn es zu Nebenwirkungen durch COPD-Exazerbationen (deutliche Verschlechterung der chronischen Erkrankung) kam, konnten die Forscher mit dem neuartigen Ansatz im Durchschnitt eine Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zur bisherigen Behandlung erkennen.

 

Weitere Informationen

*Das Lungenemphysem, eine Verminderung der Lungenflexibilität mit folgender Zerstörung der Lungenbläschen, tritt am häufigsten im Rahmen einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auf. Es kann jedoch auch bei der seltenen Erkrankung „Alpha-1-Antitrypsinmangel“ oder in Form eines Narbenemphysems vorkommen.

**Es gibt verschiedene Methoden der Lungenvolumenreduktion, durch die bei Patienten mit schwerem Lungenemphysem die Lungenfunktion und Lebensqualität verbessert werden können, darunter das Verfahren mit heißem Wasserdampf. Erhitzter Wasserdampf kann zur Schrumpfung von Gewebe führen. Dabei wird über ein Bronchoskop stark emphysematöses Gewebe entfernt und so das Lungenvolumen verringert.

Publikation:

Herth FJ, Valipour A, Shah PL, Eberhardt R, Grah C, Egan J, Ficker JH, Wagner M, Witt C, Liebers U, Hopkins P, Gesierich W, Phillips M, Stanzel F, McNulty WH, Petermann C, Snell G, Gompelmann D. Segmental volume reduction using thermal vapour ablation in patients with severe emphysema: 6 month results of the multicentre, parallel-group, open-label, randomised controlled STEP-UP trial. Lancet Respir Med. 2016 Feb 15. pii: S2213-2600(16)00045-X. doi: 10.1016/S2213-2600(16)00045-X. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 26899390.

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