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Foto: Christian Stein
2. März 2026

DZL-Projekte erhalten Förderung der Von Behring-Röntgen Stiftung

News 2026-101 DE

Die Von Behring-Röntgen Stiftung hat ihre Förderentscheidungen für das Jahr 2026 bekannt gegeben und unterstützt acht innovative biomedizinische Forschungsprojekte an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die ausgewählten Projekte spiegeln die Stärke der translationalen Forschung in Mittelhessen wider und umfassen mehrere Initiativen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL).

Forschende des Institute for Lung Health (ILH) der Justus-Liebig-Universität Gießen sind in der diesjährigen Förderrunde besonders stark vertreten. Ihre Projekte befassen sich mit grundlegenden Mechanismen von Lungenerkrankungen – von der Tumorimmunologie über genetische Treiber von Krebs bis hin zu frühen Einflussfaktoren der Lungenentwicklung – und greifen damit zentrale Themen der DZL-Forschungsagenda auf.

Prof. Dr. Rajkumar Savai, wissenschaftlicher Koordinator des DZL-Krankheitsbereichs Lungenkrebs, ist an einem Projekt beteiligt, das makrophagenvermittelte Mechanismen bei Lungenkrebs untersucht. Durch die Analyse, wie Immunzellen im Tumormikromilieu den Krankheitsverlauf beeinflussen, sollen neue Biomarker und therapeutische Zielstrukturen identifiziert werden. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Präzisionsmedizin in der Lungenonkologie.

Dr. Annika Karger aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rajkumar Savai untersucht die metabolische Reprogrammierung von Immunzellen und deren Auswirkungen auf ihre Funktion im Tumor. Ihre Forschung zeigt, wie veränderte zelluläre Stoffwechselprozesse die Anti-Tumor-Immunität beeinflussen, und eröffnet potenziell neue therapeutische Ansätze.

Dr. Julianne Funk aus der Arbeitsgruppe von Prof. Thorsten Stiewe erforscht die funktionellen Folgen von TP53-Mutationen – einer der häufigsten genetischen Veränderungen bei Krebserkrankungen des Menschen. Ziel ihrer Arbeit ist es, die Patient:innenstratifizierung zu verbessern und personalisierte Behandlungsstrategien auf Basis tumorspezifischer molekularer Profile weiterzuentwickeln.

Im Bereich der entwicklungsbiologischen Lungenforschung leiten Dr. Dharmesh Hirani aus der Arbeitsgruppe von Prof. Miguel A. Alejandre Alcázar sowie Dr. Maria Camila Melo-Narvaez aus der Arbeitsgruppe von Prof. Mareike Lehmann ein gemeinsames Projekt. Sie untersuchen, wie frühe zelluläre Veränderungen – insbesondere das Auftreten seneszenter Zellen – die langfristige Lungenentwicklung beeinflussen. Im Fokus steht die Frage, wie frühkindliche Entzündungsprozesse und medizinische Interventionen zu anhaltenden strukturellen Veränderungen der Lunge führen können. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung präventiver Therapiestrategien.

Die geförderten Projekte unterstreichen die enge Zusammenarbeit zwischen Gießen und Marburg und spiegeln den translationalen Forschungsansatz des DZL wider. Durch die Verknüpfung grundlegender mechanistischer Erkenntnisse mit klinischer Relevanz tragen sie zur gemeinsamen Mission bei, Prävention, Diagnose und Therapie von Lungenerkrankungen nachhaltig zu verbessern.

Die fortgesetzte Unterstützung durch die Von Behring-Röntgen Stiftung stärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit und gibt wichtige Impulse für die Entwicklung innovativer Lösungen für komplexe pneumologische und onkologische Herausforderungen im DZL-Netzwerk.


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