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Am 1. April startet bundesweit das neue Lungenkrebs-Screeningprogramm.
1. April 2026

Start des bundesweiten Lungenkrebs-Früherkennungsprogramms

News 2026-143 DE

Heute startet in Deutschland ein neues Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs für Personen mit erhöhtem Risiko. Ziel ist es, Tumoren frühzeitig zu erkennen und dadurch die Überlebenschancen deutlich zu verbessern. Bereits im Juni 2025 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Weg für die Einführung dieser neuen Kassenleistung freigemacht. Der Beschluss gilt als wichtiger Meilenstein der Präventionsmedizin und basiert maßgeblich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – unter anderem aus Studien des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) wie der HANSE-Studie.

Im Zusammenhang mit dem Programmstart wurde Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Vorstandsmitglied des DZL, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) interviewt. Darin erläutert der Radiologe, wer von dem Screening profitiert, wie die Untersuchung abläuft und welche Chancen und Risiken bestehen.

Zielgruppe und Ablauf des Screenings

Das neue Angebot richtet sich an Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren mit einer entsprechenden Rauchhistorie. Grundlage ist eine Überweisung durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Die Untersuchung erfolgt mittels niedrig dosierter Computertomographie (LDCT), um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten. Je nach Befund sind unterschiedliche weitere Schritte vorgesehen – von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bis hin zur Überweisung in spezialisierte Lungenkrebszentren zur weiteren Abklärung.

Wissenschaftliche Grundlage und Weiterentwicklung

Internationale Studien sowie die vom DZL initiierte HANSE-Studie haben gezeigt, dass CT-basiertes Screening Lungenkrebs früher erkennen kann. Die Ergebnisse liefern zudem wichtige Hinweise darauf, wie Risikogruppen künftig noch gezielter identifiziert werden können. So deuten aktuelle Daten darauf hin, dass erweiterte Risikomodelle mehr Erkrankungsfälle erkennen könnten als die derzeit zugrunde liegenden Kriterien. Gleichzeitig wird diskutiert, wie das Screening künftig noch präziser, effizienter und geschlechtergerechter gestaltet werden kann.

Chancen und Herausforderungen

Wie Prof. Kauczor im Interview betont, ist Lungenkrebs häufig schwer frühzeitig zu erkennen und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Studien zeigen jedoch, dass strukturierte Früherkennung die Sterblichkeit senken kann. Gleichzeitig weist er auf Herausforderungen beim Start des Programms hin: Dazu zählen unter anderem Informationsdefizite, organisatorische Anforderungen sowie notwendige Qualifikationen bei Ärztinnen und Ärzten. Daher wird mit einem schrittweisen Ausbau des Angebots gerechnet.

Prävention bleibt entscheidend

Unabhängig vom Screening gilt weiterhin: Der wichtigste Schutz vor Lungenkrebs ist der Verzicht auf das Rauchen. Das Früherkennungsprogramm sollte idealerweise mit Angeboten zur Rauchentwöhnung kombiniert werden.

Prof. Dr. med. Hans-Ulrich Kauczor ist ärztlicher Direktor der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, Direktor des DZL-Standorts TLRC (Translational Lung Research Center Heidelberg) und Mitglied im Vorstand des DZL.

Das vollständige Interview mit Prof. Kauczor ist auf FAZ.NET verfügbar (kostenpflichtig):
Krebs-Früherkennung für Raucher: Für wen sich das neue Screening besonders lohnt | FAZ


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