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Prof. Olivia Merkel forscht an neuen Nanocarrier-Technologien für RNA-Therapeutika und erhält dafür ihren vierten ERC Grant.
14. Juli 2026

RNA-Nanocarrier: ERC Grant für Prof. Olivia Merkel

News 2026-292 DE

Die DZL-Wissenschaftlerin Prof. Olivia Merkel erhält ihre vierte Förderung des European Research Council (ERC). Mit diesem Proof of Concept Grant will sie eine neue Plattform für Nanocarrier von RNA-Wirkstoffen testen. Die Förderung baut auf ihrem ERC-Consolidator-Projekt auf.

Olivia Merkel ist Professorin für Drug Delivery im Department Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität München am DZL-Standort CPC-M und entwickelt dort unter anderem Nano-Transportsysteme, die Medikamente gezielt im Körper abliefern. Im Fokus stehen RNA-Therapeutika, die an der Krankheitsentstehung beteiligte Gene in bestimmten Zelltypen stilllegen oder neue Gene ansprechen können. Die Entwicklung passender Nanocarrier ist bisher allerdings langsam, teuer und oft von Versuch und Irrtum geprägt. Ergebnisse aus dem Labor lassen sich nur begrenzt auf den Organismus übertragen. Häufig landen die Wirkstoffe zudem vor allem in der Leber und nicht dort, wo sie hinsollen, in der Lunge etwa.

Neue Plattform soll Entwicklung beschleunigen

Im Projekt ALINA (Active-Learning Inference for Nucleic Acid Delivery) kombiniert Olivia Merkel maschinelles Lernen mit Molekulardynamik. Die Plattform soll helfen, Lipidnanopartikel für RNA schneller und gezielter zu entwickeln – mit weniger Experimenten.

Langfristig will das Team eine industrienahe Version aufbauen. Sie soll zeigen, dass sich mögliche Wirkstoffe schneller und zuverlässiger vorhersagen lassen als mit bisherigen Verfahren.

„ALINA kann die Entwicklung von RNA-Therapeutika präziser und effizienter machen und ihren Einsatz auch in anderen Organen erleichtern“, sagt Olivia Merkel. Das könnte einen zentralen Engpass in der Branche lösen. Zugleich könnte der Ansatz datenbasierte Methoden in Biotech und Pharma stärker verbreiten.

Beispiel aus der Praxis: RNhale Ein Anwendungsfeld ist die Lunge: Im Projekt RNhale arbeitet Olivia Merkel mit DZL-Forscher Benjamin Winkeljann an einer Plattform für RNA-Therapien bei Lungenerkrankungen. Auch hier soll eine Technologie entwickelt werden, die eine präzise Übergabe von RNAi-Molekülen an die Lunge ermöglicht. Besonders Patient:innen mit schwerem Asthma könnten von einer solchen Therapie profitieren.

Quelle: RNA-Nanocarrier: ERC Grant für Olivia Merkel – CPC - M


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