Menu

Neueste Informationen

Prof. Dr. Mark Oliver Wielpütz, Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
8. Juni 2022

Ausgezeichnete Mukoviszidose-Forschung am Universitätsklinikum Heidelberg

News 2022-215 DE

Verleihung des Vertex Innovation Awards für die Forschungsgruppe um Professor Mark Oliver Wielpütz / Mukoviszidose e.V. verleiht Professor Wielpütz den Adolf-Windorfer-Preis / Deutsche Röntgengesellschaft würdigt Professor Wielpütz mit dem Marie-Curie-Ring / Magnetresonanztomographie macht bereits frühzeitig minimale Veränderungen in der Lunge sichtbar / Um Abweichungen in der Auswertung der Bilder zu vermeiden, soll Künstliche Intelligenz unterstützen

Für ihre Beiträge zur Verbesserung der Diagnostik bei Mukoviszidose und chronischen Lungenerkrankungen ist die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Mark Oliver Wielpütz, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) sowie Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), mit dem Vertex Innovation Award (VIA) in Höhe von 485.000 US-Dollar ausgezeichnet worden. Darüber hinaus erhält Prof. Wielpütz für seine Leistung den mit 5.000 Euro dotierten Adolf-Windorfer-Preis des Mukoviszidose e.V. sowie den Marie-Curie- Ring und eine Urkunde der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG).

KI unterstützt und optimiert Auswertung der Magnetresonanztomographie Prof. Wielpütz und sein Team fanden in vorangegangenen Arbeiten heraus, dass bei Kindern mit Mukoviszidose und anderen chronischen Lungenerkrankungen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) bereits frühzeitig minimale Veränderungen in der Struktur und Durchblutung der Lunge festgestellt werden können. Die Auswertung der MRT-Bilder unterliegt jedoch der subjektiven Wahrnehmung der Betrachtenden, wodurch unter Umständen kleinste Veränderungen erst bei wiederholtem Beurteilen erkannt werden. Um die Frühdiagnose anhand der MRT-Bilder zu optimieren, entwickeln Prof. Wielpütz und sein Team ein computergestütztes vollautomatisiertes Auswertungssystem, das durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) das Ausmaß der Lungenveränderung erkennt und misst.

Im Rahmen des geförderten Projektes, soll ein Convolutional Neural Network (Neuronales Netzwerk – CNN) trainiert werden, das eine schnelle, benutzerunabhängige Analyse der MRT-Bilder durchführt. Mit der automatisierten Auswertung und Klassifizierung kann die Software Ärztinnen und Ärzten eine Entscheidungshilfe für die weitere Therapie bieten und auf Veränderungen hinweisen.

In der Zukunft erlaubt dieses System durch die Sammlung großer Datenmengen vergleichende Analysen für die weitere Erforschung von Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose. Des Weiteren könnte das Verfahren zur Auswertung der MRT-Aufnahmen auch bei Medikamentenstudien eingesetzt werden, um den Therapiefortschritt zu überprüfen und messbar zu machen. Für Mukoviszidose-Betroffene bedeutet das: Im Gegensatz zu bisher eingesetzten Untersuchungsmethoden wie die Spirometrie oder die strahlungsintensive Computertomographie, könnten zukünftig strahlungsfreie MRT-Messungen zuverlässige Aussagen über die Wirksamkeit der Therapie bzw. nötige Änderungen ermöglichen.

Kooperationspartner in diesem Projekt sind am UKHD die Pädiatrische Radiologie, Thoraxklinik sowie das Institut für Medizinische Informatik und Biometrie und darüber hinaus das DZL und Translational Lung Research Center Heidelberg (TLRC).

 

​Vertex Innovation Award
Durch den Vertex Innovation Award (VIA) werden innovative und kollaborative klinische Forschungsarbeiten mit dem Schwerpunkt der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose – CF), unterstützt. Für die jährliche Auszeichnung wählt das unabhängige VIA-Komitee zwischen ein und vier Projekte aus, die mit einem Gesamtwert von bis zu 750.000 US-Dollar unterstützt werden. Die Projekte werden einem Peer-Review-Verfahren unterzogen.

Adolf-Windorfer-Preis
Der mit 5.000 Euro dotierte Adolf-Windorfer-Preis wird einmal jährlich für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung und der Therapie der Mukoviszidose vergeben. Finanziert wird der Preis im jährlichen Wechsel von den Regionalgruppen und Landesverbänden des Bundesverbands, im Jahr 2022 vom Mukoviszidose e.V. Landesverband Baden-Württemberg.

Marie-Curie-Ring
Der zur 50-Jahrfeier der Deutschen Röntgengesellschaft gestiftete Hermann- Holthusen-Ring, der von 2010 bis 2014 Wilhelm-Conrad-Röntgen-Ring hieß, wurde 2015 nach der bedeutenden Atomphysikerin und Radiologin Marie Curie umbenannt. Mit dem Ring sowie einer Urkunde zeichnet die Fachgesellschaft alljährlich herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Radiologie aus.

DZL Engagements

chevron-down