Was bedeutet es, mit einer chronischen Erkrankung aufzuwachsen? Und wie lässt sich ein weitgehend normales Leben mit Asthma führen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 im Rahmen der SchulKinoWochen. An drei Orten in Deutschland – in Winsen/Luhe, Garbsen bei Hannover und Germering bei München – sahen sie den Jugendfilm „Amelie rennt“ von Tobias Wiemann und diskutierten anschließend mit Expertinnen und Experten des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL).
Die Kinovorstellungen sind Teil der SchulKinoWochen im Rahmenprogramm des Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der Zukunft“, an dem sich das DZL beteiligt. Im Anschluss an die Filmvorführungen beantworteten Studienärztinnen und Studienärzte des DZL-Asthma-Registers ALLIANCE Fragen der Jugendlichen und gaben Einblicke in die Entstehung, Diagnose und Behandlung von Asthma.
Im Mittelpunkt des Films steht die 13-jährige Amelie. Neben den typischen Herausforderungen der Pubertät und familiären Konflikten muss sie mit ihrem Asthma umgehen. Nach einem schweren Asthmaanfall wird sie für mehrere Monate in einer Spezialklinik in Südtirol behandelt. Dort setzt sie sich intensiv mit ihrer Erkrankung auseinander – und erlebt gleichzeitig Abenteuer, Freundschaft und erste Verliebtheit.
Der Film zeigt dabei auch die emotionalen und sozialen Herausforderungen, die mit einer chronischen Erkrankung verbunden sein können. Gleichzeitig vermittelt er die Botschaft, dass Asthma nicht zwangsläufig bedeutet, auf ein aktives und selbstbestimmtes Leben verzichten zu müssen.
Im anschließenden Gespräch erklärten die DZL-Expertinnen und -Experten, was bei Asthma in den Atemwegen passiert, wie die Erkrankung diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Die Jugendlichen erfuhren unter anderem, dass Asthmaanfälle durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst oder verstärkt werden können – etwa durch körperliche Belastung, Stress oder Infektionen.
Auch die Funktion der Lunge wurde thematisiert: Sauerstoff gelangt über die Lunge ins Blut, während Kohlendioxid aus dem Körper abgegeben wird. Eine gute Asthmakontrolle und die richtige Anwendung der verordneten Medikamente können dazu beitragen, Beschwerden und Asthmaanfälle zu vermeiden und ermöglichen vielen Betroffenen ein weitgehend normales Leben.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch das Umfeld spielt eine Rolle. Familie, Freundinnen und Freunde sowie Lehrkräfte sollten wissen, wie sie Betroffene unterstützen und im Notfall richtig reagieren können.
Mit pädagogischen Materialien von Vision Kino konnten die Schülerinnen und Schüler das Thema anschließend im Unterricht weiter vertiefen. Die SchulKinoWochen verbinden damit Filmbildung mit aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen und bieten Jugendlichen die Möglichkeit, Inhalte aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und gemeinsam zu diskutieren.
Die SchulKinoWochen sind ein bundesweites Angebot zur Filmbildung. Die Filme können in verschiedene Unterrichtsfächer und Themenbereiche integriert und mit pädagogischem Begleitmaterial nachbereitet werden. Ein Teil der Vorstellungen wird vor Ort von Referentinnen und Referenten oder Filmschaffenden begleitet.
Mit seiner Beteiligung an den SchulKinoWochen bringt das DZL das Thema Lungengesundheit direkt mit jungen Menschen ins Gespräch und schafft damit einen niedrigschwelligen Zugang zu Fragen rund um Asthma und den Umgang mit chronischen Erkrankungen.
Quelle: ARCN | „Amelie rennt“ im Kino – Jugendliche sehen Asthma in anderem LichtNeuigkeiten