Die sogenannte RELIEF-Studie untersucht jetzt an 15 deutschen Studienzentren, ob der Wirkstoff Pirfenidon auch bei Patienten mit fortschreitenden nicht-IPF-Lungenfibrosen wirkt. Die gemeinsame Federführung für die Studie liegt beim Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie dem Klinikum der Universität München.

Die RELIEF-Studie (Exploratory Efficacy and Safety Study of oral Pirfenidone for progressive, non-IPF Lung Fibrosis”, kurz: RELIEF in LUNG FIBROSIS) will untersuchen, ob der Wirkstoff Pirfenidon auch bei Patienten mit fortschreitenden nicht-IPF-Lungenfibrosen* die Lungenfunktion verbessern kann. Sie ist als prospektive, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie angelegt und wird in 15 deutschen Studienzentren durchgeführt. Um die Wirksamkeit von Pirfenidon zu bestimmen, wird die absolute Veränderung der Lungenfunktion (in Prozent des Sollwertes) zwischen Beginn und Abschluss der Behandlung gemessen. In die Studie eingeschlossen werden Erwachsene mit nicht-IPF-Lungenfibrosen, bei denen die Krankheit trotz Therapie oder aufgrund fehlender Behandlungsmöglichkeiten weiter voranschreitet. Sobald 224 Patienten die Behandlung abgeschlossen haben, ist eine Zwischenauswertung geplant.

Bei leichter bis mittelschwerer idiopathischer pulmonaler Fibrose (IPF) hat sich die Behandlung mit Pirfenidon bereits etabliert, da es den Rückgang der Lungenfunktion verlangsamt. Pirfenidon ist seit 2011 in der EU zugelassen. Das Mittel wirkt antifibrotisch und entzündungshemmend. Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass sich der Rückgang der Lungenfunktion (FVC) unter einer Pirfenidon-Behandlung verlangsamt und auch das Sterblichkeitsrisiko sinkt. Aufgrund dieser guten Wirksamkeit und gleichzeitig geringer Risiken hat sich die Therapie bei IPF etabliert.

Da sich die Entstehungsprozesse von nicht-IPF und IPF-Lungenfibrosen ähneln, könnte Pirfenidon somit eine neue Therapieoption sein. Bisher ist Immunsuppression die Standardtherapie für die meisten anderen nicht-IPF Lungenfibrosen. Diese ist jedoch oft uneffektiv und mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet. Daher ist es besonders wichtig, neue wirksame Therapien für nicht-IPF-Lungenfibrosen zu finden.

Die RELIEF-Studie wurde im Rahmen des Deutschen Zentrums für Lungenforschung initiiert und gemeinsam mit Roche finanziert. Geleitet wird sie von den DZL-Wissenschaftlern Prof. Dr. Jürgen Behr (Standort CPC-M, München) und Prof. Andreas Günther (Standort UGMLC, Gießen) und vom Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Philipps Universität Marburg betreut.

 

Weitere Informationen / Quellen:

* Unter dem Begriff Lungenfibrosen wird eine Reihe verschiedener Krankheitsbilder zusammengefasst. Bei allen kommt es durch chronische Entzündungen zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe, also einer Vernarbung. Die Lungenfunktion ist durch diese Vernarbung stark beeinträchtigt. Eine der häufigsten Formen ist die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF), deren Ursachen bisher nicht bekannt sind. Ist der Krankheitsauslöser jedoch bekannt, spricht man von nicht-IPF Lungenfibrosen (engl.: non-IPF Lung Fibrosis).

Deutsches Register Klinischer Studien: Studiendokument RELIEF

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Fachliche Ansprechpartner:

Leiter der klinischen Prüfung:

Prof. Dr. med. Jürgen Behr
Klinikum der Universität München, LMU,
Asklepios Kliniken München Gauting
Tel.: 089-4400-75310 oder 089-85791-4101
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
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Stv. Leiter der klinischen Prüfung:

Prof. Dr. med. Andreas Günther
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Agaplesion Pneumologische Klinik
Waldhof-Elgershausen
Tel.: 0641-985-42502
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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