Lungenkrankheiten gehören in Deutschland und der Welt zu den häufigsten Todesursachen. Sie liegen hinsichtlich der Erkrankungszahlen und Mortalität weltweit auf Rang 2. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt vier Lungenkrankheiten zu den zehn häufigsten Todesursachen und jeder fünfte Todesfall wird durch eine Lungenkrankheit oder durch Folgen davon verursacht. Die European Respiratory Society (ERS) schätzt die direkten und indirekten Kosten von Lungenerkrankungen allein in Westeuropa (EU 28) auf mehr als 380 Milliarden Euro pro Jahr (The European Lung White Book, 2013). Zudem wird erwartet, dass die Zahl der Neuerkrankungen und somit Belastungen sowie Kosten in den nächsten Jahren noch weiter steigen werden.

Bis heute gibt es für die meisten Atemwegserkrankungen nur Therapien, die symptomatische Erleichterungen bieten, jedoch keine Heilung. Aus diesen Gründen ist es umso wichtiger, durch Forschung zu Ursachen und Krankheitsmechanismen neue Ansätze und Optionen für Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln. Die Forschung muss diesen Herausforderungen wissenschaftlich und strukturell koordiniert begegnen, um Expertisen zu bündeln und damit Lungenerkrankungen künftig erfolgreicher behandeln zu können. Im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) haben sich deshalb 27 führende deutsche Forschungsinstitute und Kliniken zusammengeschlossen, um die genannten Ziele im Sinne ihrer gemeinsamen Mission "Translationale Forschung zur Bekämpfung weitverbreiteter Lungenerkrankungen" zu realisieren.

Im DZL wird die grundlagen-, krankheits- und patientenorientierte Forschung auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen koordiniert und auf internationalem Spitzenniveau durchgeführt, um so die Translation grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in neue klinische Konzepte zur Verbesserung der Patientenversorgung zu beschleunigen.